

Heute begeben wir uns gedanklich ins Herz Mittelitaliens, auf die bezaubernden Hügel der Toskana. Genauer gesagt nach Piazze, einem Ortsteil von Cetona in der Provinz Siena. Hier wurde in längst vergangenen Zeiten der Bico geboren, eine Art ungesäuertes Brot, typisch für das Sieneser Valdichiana, ein Kreuzungspunkt zwischen Umbrien und der Toskana.
Als perfektes Beispiel der einfachen bäuerlichen Küche wurde der Bico ursprünglich nur aus Mehl und Wasser hergestellt und unter der Asche des Herdfeuers gebacken (was darauf schließen lässt, dass er vor allem im Herbst und Winter verzehrt wurde). Erst später, mit wachsendem Wohlstand, kamen weitere Zutaten wie Salz und Öl hinzu. Früher wurde er wie Brot gegessen, vielleicht zusammen mit den Früchten, die das Land je nach Jahreszeit hervorbrachte; heute macht ihn seine Vielseitigkeit zu einer hervorragenden Begleitung für Wurstwaren, Käse und – warum nicht – auch süße Aufstriche.
Wenn man einen Vergleich ziehen möchte, liegt der Bico irgendwo zwischen der Piadina aus der Romagna, von der er die runde Form übernimmt, und der umbrischen Torta al Testo, mit der er die alte Zubereitungsart teilt.
Wenn Sie neugierig sind, diese alte toskanische Spezialität zu Hause zuzubereiten, probieren Sie das einfache und schnelle Rezept unserer Cesarina Letizia aus Florenz. Sollten Sie jedoch im Hochsommer in Piazze sein, empfehlen wir Ihnen, an der Sagra del Bico teilzunehmen, die jedes Jahr an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden zwischen Juni und Juli stattfindet: Dort können Sie den Bico genießen, der von den erfahrenen Händen der örtlichen Hausfrauen zubereitet wird – den einzigen wahren Hüterinnen der Geheimnisse seiner kunstgerechten Herstellung!
Bico und die authentischen Aromen der Toskana
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Bico
Altes ungesäuertes Brot aus dem Valdichiana, ideal zu Wurst, Käse oder Aufstrichen
Zutaten
- 500 g Mehl Typ 0 oder 00
- 250 ml (ca.) Wasser
- 4 Esslöffel natives Olivenöl extra
- 1 Prise Salz
- 1 Messerspitze Natron
Zubereitung
- Das Mehl auf einer hölzernen Arbeitsfläche zu einem Hügel anhäufen.
- In der Mitte eine Mulde formen und das native Olivenöl extra sowie eine Prise Salz hineingeben.
- Nach und nach das lauwarme Wasser (in dem zuvor das Natron aufgelöst wurde) zugießen und etwa 10 Minuten kneten, bis ein glatter und gleichmäßiger Teig entsteht.
- Den Teig mit einem Küchentuch abdecken und etwa 30 Minuten ruhen lassen.
- Den Teig mit den Fingern flach drücken und dabei eine Dicke von etwa 1,5–2 cm beibehalten.
- Die gesamte Oberfläche des Bico mit den Zinken einer Gabel gleichmäßig einstechen.
- Eine beschichtete Pfanne (oder ein gusseisernes Testo) erhitzen und bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten pro Seite backen oder im vorgeheizten Ofen bei 200 °C etwa 20–25 Minuten backen.
